Freitag, 20. Dezember 2013

Weihnachtsmarktspezial!

Hier kommt der versprochene Artikel, in dem ich den traditionellen deutschen Weihnachtsmarkt mit dem französischen, dem Rouen'er, Weihnachtsmarkt vergleichen werde. Dieser Artikel erscheint zu Ehren von Thilo, da heute (Freitag, 20.12.13) sein letzter Tag in Frankreich war und er nach hause fuhr!
Fangen wir mit dem deutschen Weihnachtsmarkt an. Nehmen wir Erfurt als Beispiel da es nahe liegt. Was gibt es da? Hmm. Eine große Pyramide, einen Weihnachtsbaum, eine Krippe mit nahezu lebensgroßen Figuren und einen Adventskranz auf den Domstufen. Zu dem ist die ganze Innenstadt weihnachtlich geschmückt. Etwa 200 Holzhütten vertreten die verschiedensten Thüringer und Weihnachtskulturen. Vom Erzgebirgischen Handgeschnitzen bis zur Christbaumkugel aus Lauscha, vom Erfurter Schittchen bis zur Thüringer Rostbratwurst, alles ist vertreten.
Nun zum Vergleich mal den Rouen'er Weihnachtsmarkt. Auch hier ist die ganze Innenstadt geschmückt, von beleuchteten Geschenken bis zu den Lichterketten, die die Straßen erleuchten, ist auch hier viel vorhanden. Eine Pyramide aus dem Erzgebirge trifft man jedoch nicht an! Auch einen Weihnachtsbaum, wie ich ihn kenne, also ein Nadelbaum, möglichst eine Tanne, mit viel Licht und vielen Kugeln, gibt es nicht, zumindest habe ich keinen gefunden, jedoch sind Lichterketten in diversen anderen Bäumen anzutreffen. Die Anzahl der Hütten könnte in etwa die Hälfte sein, wobei ich glaube, dass es hier ein bisschen mehr als die Hälfte der Erfurter Hütten ist. Nur die Dinge, die in den Hütten verkauft werden, sind dezent verschieden. Hier findet man alles, womit man Geld machen könnte. Ich zähle mal die Dinge auf, die mir am absurdesten für einen Weihnachtsmarkt erscheinen. Kirschkernkissen in Teddibärform, wahlweise auch als Hund, Katze oder Pinguin erhältlich(?!), Wurst in allen Farben und Formen, nur nicht als Aufschnitt oder warm im Brötchen, Käse in allen Variationen, Schaumküsse mit Migrationshintergund in sämtlichen Geschmacksrichtungen, Abfall, der zu 'Kunst' zusammengebastelt wurde (es sieht wirklich seeeehr abstrakt aus), Handpuppen, also keine Märchenfiguren, nein Eichhörnchen, Füchse, Raben und Eulen, wenn ich nichts vergessen habe, und Holzspiele, also verschiedene Teile, aus denen man ein Ganzes basteln kann, zum Beispiel eine Pyramide, das sind Geschicklichkeitsspiele, deren Namen ich nicht genauer definieren kann. Das ist schon ein kleiner Unterschied, es gab jedoch auch stände an denen Crêpes, also französische Spezialitäten, oder Straßburger Plätzchen verkauft wurden. Oder genauso stark vertreten wie in Deutschland ist der Glühwein, den man an jeder Ecke riecht. Die Weihnachtsmusik ist etwas anders, da es in Frankreich einen Mangel an traditionellen Weihnachtsliedern gibt. Statt gebrannten Mandeln kann man sich hier geröstete Maronen oder Maiskolben (jaa, MAIS?!) gönnen, um seiner Figur was gutes zu tun, gibt es jedoch auch Barbe de Papa, also Papas Bart (Zuckerwatte). Und was ich grade ganz vergaß ist, dass der Rouen'er Weihnachtsmarkt auch in mehrere Teile gespalten ist. Der Hauptteil ist an der Notre Dame, jedoch gibt es noch einen Teil an der Eglise de Jean Dark, dort findet man ein Riesenrad, wie auch in Erfurt, und einen Teil in der Straße zum Fnac, dort gibt es wirklich nur Dinge, die man auf einem Wochenmarkt erwartet. Gemüse, Obst, Fleisch und Käse, was die Bauern so verkaufen, vereinzelt auch mal Weihnachtsmannmützen oder Zuckerwatte, aber nur vereinzelt. Und ein weiterer Teil befindet sich ganz vereinzelt nicht weit der Notre Dame, dort findet man eine 'piste de luge', eine Schlittenbahn. Nun ja, darunter versteh ich ja was anderes. ich weiß nicht aus welchem Material der Untergrund bestand, zumindest rutschten die Kinder auf einem dieser neumodischen Plastik-Po-Schützer den 'Abhang' hinunter. Mit einer berauschenden Geschwindigkeit von gefühlten 3,5 km/h. Ich hätte mich damit als Kind nicht zufrieden gegeben, ganz ehrlich! Und dann zum Schlittenfahren einen Helm tragen? Bei der Geschwindigkeit? Verständlich, die Schwerkraft könnte einem ja zum Purzelbaum bergab animieren! ;-)
Aber auch eine Schlittschuhbahn für lau gibt es, sie kostet lediglich den Pfand für die Schlittschuhe, falls man welche benötigt. Also die Idee sollte man auch mal in Deutschland umsetzen, also für lau, denn Schlittschuhbahnen gibt es ja schon auf gewissen Weihnachtsmärkten. Ich muss aber sagen, dass ich vom Schmuck des Rathauses sehr überrascht war, denn es ist wirklich schön. Dann gibt es noch ganz vereinzelte Buden an kaum belebten Standorten.
Die Menschenmenge, die man vorfindet ist zumindest ähnlich, man hat teilweise starke Bewegungsprobleme, wie auch in Deutschland. Im Resümee kann man sagen, dass sie versucht haben, mir Weihnachten näher zu bringen, jedoch die Umsetzung zu wünschen übrig lässt. ;-)
Auch wenn es nicht unbedingt für mich gemacht wurde, wurde eine eher deutsche Tradition kopiert und das schlecht, also wenn man es nicht kann, sollte man es besser sein lassen, um das mal gemein auszudrücken. Ansonsten gute Idee, man kann sich nur verbessern!

Ich hoffe, du siehst das genauso Thilo, wenn nicht, mach mich auf Unstimmigkeiten aufmerksam!
Ansonsten: Frohes Fest!

Euer Nico

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